Schwarzes Gold

Esperanza is back – die amerikanische Jazz-Musikerin veröffentlichte soeben ihre erste Single des kommenden Albums “Radio Music Society“. Verpackt kommt “Black Gold” in einem schön gemachten Video daher, welches uns ein Stück der Kraft und Musikalität der schwarz-afrikanischen Geschichte und Kultur mit auf den Weg gibt. Als Duett-Partner neben Esperanza Spalding glänzt die aus Atlanta stammende R&B-Sängerin Algebra Blessett.

La Mer de Pianos

Dieser schöne Kurzfilm produziert von Tom Wrigglesworth & Mathieu Cuvelier folgt Marc Manceaux, dem Inhaber des ältesten Klavier-Geschäfts in Paris. Wie er ein Instrument “opfert”, um viele andere dafür wieder zum Klingen zu bringen, zeugt von seiner tiefen Liebe für die Musik und sein Handwerk.

“So lange ich Wasser, eine Kerze, ein schönes Buch und ein altes Klavier habe, fühle mich lebendig.”, sagt er.

Time is Nothing – Weltreise in fünf Minuten

An kalten, regnerischen Wintertagen wie diesem, bleibt einem nicht viel anderes übrig, als in Gedanken die entlegensten Winkel der Weltkugel zu bereisen. Sehr viel Inspiration für die Weltreise im Kopf bietet das Video “Time is Nothing” des in San Francisco lebenden Fotografen Kien Lam. Eines Tages kündigte er seinen Job, packte seinen Rucksack und machte sich auf, ein Jahr lang die Welt zu erkunden. 343 Tage, 17 Länder, 6237 Fotografien später und mit der Musik seine Bruders William (Places and Faces) entstand diese beeindruckende Erinnerung.

Mixtape für den Barkeeper

Die DKNG Studios haben ein hübsches Poster für die erste Episode “Mixology” der zweiten Staffel der amerikanischen Sitcom Portlandia kreiert.

In “Mixology” Fred helps Carrie chase a romantic mixologist (Andy Samberg) who forgets his roots when he moves from Portland to LA. As a thank you for mixing her the best cocktail of her life, Carrie decides to create the mixologist a mix tape. Our intention with this poster design was to capture the essence of Portlandia while telling a little bit about the episode itself.

Die Entstehungsgeschichte des Posters ist in einem Timelapse-Video mitzuverfolgen.

Wie schön die Zeiten doch waren, als wir uns noch regelmässig eine liebevoll gestaltete Kassettenhülle mit wunderbaren Songs aufnahmen und dem Liebsten zusteckten. Musik, die tausendmal besser auszudrücken vermochte, was wir in dieser poetischen Form nie hätten mit Worten sagen können. Die Website Cassette From My Ex bedient eine Mischung von Nostalgie und Neugier: Geschichten von Menschen, welche sich an ihr Mixtape für eine verflossene grosse Liebe erinnern, natürlich mit entsprechender Playlist zum selbst anhören. Eine wunderbare Sammlung von Herzschmerz und Musik, perfekt für lange dunkle Winternächte.

Purer Videogenuss

Tubalr ist ein Webservice, welcher es dem Benutzer erlaubt, den Namen einer Band oder eines Musikers einzugeben und in Sekundenschnelle eine saubere und einfache Playlist von Musikvideos auf den Bildschirm zu bekommen, ohne den ganzen (meist völlig überflüssigen) Wust an Informationen und Werbung, der einem auf der YouTube-Plattform entgegenleuchtet. Der von Cody Stewart im September 2010 entwickelte Service ist nicht der erste und ganz bestimmt auch nicht der letzte seiner Art, aber er ist schön gemacht und es ist ganz einfach ein Genuss für das bild-überflutete Auge, sich seine Lieblingsvideos ungestört ansehen zu können.

Guten Morgen !

Von so viel Energie am frühen Morgen träume ich auch manchmal…

Eine junge Frau wacht in einem Traum von morgen auf. Sie fliegt schwerelos durch die Natur, in völliger Freiheit und ohne Grenzen. Bis zu dem Moment, wo sie in der Welt landet, in welcher die Schwerkraft regiert. Dort wo man verpflichtet ist, seine Füsse immer schön auf dem Boden zu halten. Dort, wo sich die Leute um einen herum alle gleichen.

“Gravity” – ein super Kurzfilm von Filip Piskorzynski, Musik “Tasty City” von Rone

Leuchtender Jazz

Sydney Cash ist ein Künstler, welcher mit Spiegeln das Licht so faszinierend zu manipulieren vermag, als handle es sich um reale Gegenstände. In seinem Projekt mit dem französischen Jazzmusiker Romain Collin bringt er diese Lichtskulpturen nochmals auf ein anderes Level, indem er ein Zusammenspiel mit der Musik erzeugt. Das Resultat ist diese schöne Mischung von Live Jazzmusik und Lichtinstallation – wunderbar filmisch in Szene gesetzt von Regisseur Yaara Sumeruk.

Das etwas andere Orchester-Probespiel

Ein wirklich umwerfend witziger Clip (insbesondere auch im Abspann) des Tonhalle-Orchesters Zürich: ein satirischer Seitenhieb auf die oftmals spezielle Psychologie von Orchester-Probespielen, dazu illustre Gäste als Kandidaten (u.a. Elmar Ledergerber, Alexander Peraira, Chris von Rohr) und ein grandios mitspielendes Orchester samt Dirigent David Zinman. Köstlich!

Zehn Hände und eine Gitarre

Der Song “Somebody That I Used to Know” des belgisch-australischen Singer-Songwriters Gotye geisterte bereits vor einiger Zeit durch das Netz und stürmte die Hitparaden. Da war es nur eine Frage der Zeit, dass auch eine andere Band sich an dem Ohrwurm versuchen würde und siehe da, nun ist eine Coverversion der kanadischen Sängerin Sarah Blackwood gemeinsam mit den vier Mitgliedern der Band Walk Off the Earth erschienen und das dazugehörige Video ist defintiv sehenswerter als das Original, spielen die fünf doch gemeinsam an nur einer Gitarre.

John Lennon und das Walross

1969 stürmt der mutige 14-jährige Beatles-Fan Jerry Levitan ausgerüstet mit einem Tonband-Aufnahmegerät in John Lennon’s Hotelzimmer in Toronto und überzeugt den Star ein Interview mit ihm zu machen. Er redet mit ihm über den Frieden, Musik, die USA, das Leben im Allgemeinen und die Bee Gees. 38 Jahre später teilt Levitan nun Lennon’s grenzenloser Geist und zeitlose Botschaften mit der Welt. Und wie er es tut, ist brilliant: gemeinsam mit dem Regisseur Josh Raskin und dem äusserst talentierten Zeichner James Braithwaite entsteht der animierte Kurzfilm I Met the Walrus, welcher 2009 als erster Film dank Hilfe des Internets einen Emmy Award abräumte. Ein kulturelles Vermächtnis nicht nur für Beatles-Liebhaber.

Levitan’s und Lennon’s ungewöhnliche Begegnung ist inzwischen auch als Buch erhältlich: I Met the Walrus: How One Day with John Lennon Changed My Life Forever — mit Jerry’s ganz persönlichen Erinnerungen an diesen Tag, Notizen von John und Yoko, den geheimen Zugangscode zu Lennon, Zeichnungen sowie dem Film und dem orignalen Audio-Interview.

Händel hits the road

Es gibt Momente im Leben von Daria van den Bercken, in denen sie von der Schönheit der Musik überwältigt ist. Einer dieser Momente stellte sich bei ihr ein, als sie der ruhigen, melancholischen und doch so energetischen Musik von Georg Friedrich Händel lauschte. Der Komponist wird ihrer Meinung nach viel zu wenig oft gespielt – ein Umstand, den die holländische Pianistin ändern möchte. Nebst diversen Konzerten wählt sie hierzu durchaus auch unorthodoxe Methoden: während dem Grachtenfestival 2011 liess sie sich Händel-spielend auf einem Autoanhänger durch die Strassen von Amsterdam kutschieren.

Silvesterabend

Für den romantischen Spielfilm 5oo Days of Summer standen sie bereits gemeinsam vor der Kamera und galten als ultimatives Traumpaar: Die schöne Zooey Deschanel (31) und der smarte Joseph Gordon-Levitt (30). Nun haben sich die beiden Schauspieler für eine kurze Jam-Session wieder zusammengefunden: ganz relaxt mit Ukulele und Gitarre singen sie eine etwas abgewandelte Form des Klassikers „What Are You Doing New Year’s Eve“ von Nancy Wilson – und zwar richtig gut!

Louis Armstrong und der erste Weihnachtsbaum

A propos Weihnachtsbaum: eine der Anekdoten, welche immer wieder in der Jazz-Welt auftaucht, ist diejenige von Trompeter-Legende Louis Armstrong, der mit 40 Jahren seinen ersten Weihnachtsbaum erhielt. Seine Frau erinnert sich:

“We finally went to bed. And Louis was still laying up in the bed watching the tree, his eyes just like a baby’s eyes would watch something… So finally I said, “Well, I’ll turn the lights out now on the tree.” He said, “No, don’t turn them out. I have to just keep looking at it. You know, that’s the first tree I ever had.”

Well, I hadn’t realized that you know. Louis was 40 years old and it seems to me that in 40 years a person would have at least one tree. I was all swollen up inside when he told me that. We were to leave the next day for Kansas City. I figured Christmas is over; today’s the 26th nowl I’ll leave the tree. Louis said, “No, don’t leave the tree; take the tree with you.” And he had me take the tree on those one-nighters. Before I even unpacked a bag I had to set that tree up, his Christmas tree….

I kept that first little tree until way after New Year’s, putting it up every night and taking it down every morning, in a dozen hotels. And then when I did take it down for the last time, Louis wanted me to mail it home. It was a real tree, not an artificial one, and I had to convince him– I really had to convince him– that the tree would dry up.”

(gefunden bei mental floss)

Wie der taube Beethoven komponierte

Jeder von uns, der sich ein wenig mit dem Werk und Leben von Ludwig van Beethoven befasst hat, fragt sich, wie es dem Komponisten wohl gelang, trotz seines stetig fortschreitenden Hörverlusts laufend weitere Meisterwerke zu erschaffen. Dieser Umstand wird sich wohl niemals gänzlich erklären lassen und trägt viel dazu bei, dass wir Beethoven als Genie verehren.

Aber Forscher des Niederländischen Zentrums für Stoffwechsel haben nun herausgefunden, dass sich seine fortschreitende Taubheit sehr wohl auf seine Komponiertätigkeit ausgewirkt hat: während in seinen Frühwerken viele hohe Töne vorkommen, konnte er mit der Zeit (ab 1812 mussten seine Gesprächspartner angeblich schreien, damit er sie noch verstand) diese Töne nicht mehr gut hören und hat stärker im mittleren Frequenzbereich komponiert. Bei seinen späten Werken verwendet er hingegen wieder häufig hohe Töne. Weil er da bereits völlig taub gewesen sei, habe sich der Komponist nur noch auf sein inneres Ohr verlassen, vermuten die Forscher.

Den ausführlichen Artikel gibts im British Medical Journal

Happy



Paul Newman und Joanne Woodward
, das Traumpaar Hollywoods schlechthin, welches sich 1953 bei Newmans Broadway Debut kennenlernte, 1958 in Las Vegas heiratete und während 50 Jahren bis zum Tode von Newman glücklich Seite an Seite lebte und gemeinsam in zahlreichen Filmen (“The Long Hot Summer“, “Paris Blues“, “Mr. and Mrs. Bridge“) auftrat. “I have steak at home.”, sagte Newman einmal in einem Interview, “Why go out for hamburger?”

Tanzende Klarinettenkunst

Auf dieses Album freue ich mich schon jetzt: der geniale Klarinettist Martin Fröst hat mit dem (nicht minder genialen) Australian Chamber Orchestra u.a. das Copland Klarinettenkonzert mit Originalversion der Coda, Hillborg’s Peacock Tales, Högberg’s Dancing with Silent Purposes und weitere tanz-inspirierte Werke von Piazzolla, Lutoslawski, Brahms und Göran Fröst eingespielt.

Die beim Schwedischen Label BIS Records aufgenommene CD wird ab November bei uns im Handel erhältlich sein; wer nicht warten mag, der kann sie jetzt schon hier bestellen. Und noch besser dran ist, wer ein Ticket für eines der Konzerte auf der Europa Tournee von ACO/Fröst vom 27. November bis 9. Dezember 11 besitzt: live ist die Kombination dieser so innovativen und technisch brillanten Musikern einfach unschlagbar!

I Need Nothing – ausser ein cooles Musik Video

In diesem Fall ist es ganz bestimmt nicht der Song, welcher das Video ausmacht, sondern vielmehr die witzige Idee und künstlerisch liebevolle Umsetzung.

I Need Nothing – a nearly useless Odyssey. Das Konzept stammt vom Portugiesischen Musik Label Cãoceito, produziert wurde das Ganze von Moopie Videos und feierte Premiere am EXD’11 Design Festival in Lissabon. (Ach ja, und der Song sei der Gerechtigkeit halber auch genannt: “Doughnut” von den Parenthetical Girls)

We Are The Knights – die Geschichte eines aussergewöhnlichen Orchesters

Vor einigen Wochen bin ich auf eine charmante halbstündige Dokumentation eines New Yorker TV-Senders gestossen: „We Are The Knights“ erzählt die Geschichte der beiden talentierten Brüder Colin und Eric Jacobsen und ihrem Kammerorchester The Knights. Die Geschichte davon, wie der Zusammenschluss von abenteuerlustigen Musikern und ihrer mitreissenden Freude am Musizieren Zuhörer auf der ganzen Welt zu begeistern vermag.

Allein schon die beiden Gründer Colin (Konzertmeiser) und Eric (Dirigent) sind Multi-Talente und bringen ihre Ideen und Energie nebst den Knights auch noch in das wirklich fantastische Streichquartett Brooklyn Rider (bekannt für ihre Zusammenarbeit mit dem Kamancheh-Virtuosen Kayhan Kalhor) sowie in das multi-kulturelle Silk Road Project von Yo-Yo Ma ein.

Und dank dem unterschiedlichen Background und der offenen, experimentierfreudigen Art aller Ensemblemitglieder sind auf der Bühne wie auch auf den bisher erschienen zwei Alben Einflüsse des Jazz, Klezmer, ja sogar der Pop- und Indie-Rockmusik zu spüren.

Oder wie Yo-Yo Ma es ausdrückt: “It’s a really beautiful thing, and they’ve created it using the values of their generation.”

The Knights haben bisher zwei Alben eingespielt: Eine Liveaufnahme eines Konzerts mit Jan Vogler sowie ein Studioalbum mit Werken von Copland, Dvorak, Ives, Gabriela Lena Frank und Osvaldo Golijov.

Album Covers in neuem Licht

Eine witzige Print-Kampagne kreierte der Fotograph Matthieu Raffard für den französischen Radio-Sender Oui FM: er gibt berühmten Pop-Album-Covers einen neuen Hintergrund, indem er sie an verschiedensten Orten in Frankreich ablichtete (einen ähnlichen Effekt gibts übrigens auch auf dem originellen Blog Dear Photograph zu erleben, wo Menschen ihre alten Printfotos nochmals vor dem gleichen Hintergrund fotografieren).

Eisige Klänge

Bekanntlich kennt Kunst keine Grenzen und es lassen sich aus Gegenständen Töne entlocken, von denen wir nicht mal wussten, dass sie überhaupt klingen können. So stellt Peter Glaser in seiner Blog-Rubrik “Instrument des Tages” regelmässig die verrücktesten Resultate von Klangtüftlern aus aller Welt vor. Zu dieser experimentierfreudigen Gattung gehört auch der Norweger Terje Isungset. Als Jazzperkussionist und -komponist entlockt er schon seit längerem seinen selbstgebauten Instrumenten aus Naturmaterialien die unterschiedlichsten Klangfarben. Seit über zehn Jahren ist es dabei die “Eis-Musik“, die es ihm besonders angetan hat: Gitarren, Harfen, Didgeridoos, Xylophone und Posaunen erschaffen aus dem Eis seines Heimatlandes lässt er bei Auftritten und für seine bereits zehn aufgenommenen Alben erklingen.

2006 gründete Isungset das IceMusic Festival in Geilo, Norwegen, wo jedes Jahr unter schwierigsten Bedinungen eine sehr eindrückliche (und eisige) Bühne für die verschiedenen Auftritte (u.a. mit der Sängerin Lena Nymark) entsteht. Hier ein Blick hinter die Kulissen dieses faszinierenden Anlasses und über die Entstehung der Eis-Instrumente:

Von “Cosi” zu “Onegin” in 4 1/2 Stunden

Sonntag Mittag, die Vorhänge der Matinee-Aufführung von Mozart’s “Cosi Fan Tutte” an der Oper von Los Angeles fallen. Sonntag Abend, die Vorhänge heben sich am genau gleichen Ort für die Aufführung von Tschaikovsky’s “Eugen Onegin“. Für den Zuschauer unsichtbar, leistet das Team hinter der Bühne während nur 4 1/2 Stunden wahre Wunder, um einen reibungslosen Spielbetrieb zu gewährleisten.

 

Multimediales Leben einer Sanduhr

Eine junge Komponistengeneration, die bereits im Ansatz multimedial denkt, wird reif. Ein Beispiel ist die 28-jährige Litauerin Justė Janulytė: Inspiriert von einer Sanduhr, ihrer symbolischen Bedeutung und ihrer visuellen, aber auch akustischen Erscheinung, entwirft sie im 2010 entstandenen Werk «Sandglasses» für vier Celli, Video und Live-Elektronik ein vielschichtiges künstlerisches Bild.

Ohne die Videoprojektion und ohne die Rauminstallation, in welcher die vier Musiker inszeniert sind und wäre das langsame, insgesamt 55 Minuten dauernde Absteigen von ganz hoch bis ganz tief weit weniger interessant, obwohl die Klänge durchaus grossen inneren Reichtum haben. Das Stück indes entfaltet seine stark berührende und poetische Wirkung aus dem Verschmelzen von Klang, Bild und Bewegung. Wie eine Sanduhr, in welcher die Zeit strudelartig verrinnt, versiegt und immer wieder neu entsteht.

(Interpretiert wird das Werk von den Cellisten des Gaida Ensembles E. Kulikauskas, P. Jacunskas, R. Tamutytė, O. Švabauskaitė. Die Komponistin war mit ihrem Werk beim diesjährigen Festival Musica in Strasbourg vertreten.)

Alisa Weilerstein – oder wie man über Nacht um eine halbe Million reicher wird

Alisa Weilerstein beim Tiny Desk Concert des amerikanischen Radiosenders NPR (Werke: J.S. Bach: “Bourree & Gigue” (from Solo Cello Suite No. 3) und Osvaldo Golijov: “Omaramor”)

Ein Telefonanruf aus heiterem Himmel und plötzlich bist du 500’000 US Dollar reicher und die Leute fangen an dich als “Genie” zu bezeichnen. Was dir und mir nicht mal im Traum passiert, wurde für die Cellistin Alisa Weilerstein unlängst Tatsache. Während ihrer Probearbeit beim Chamber Music Festival in Jerusalem erreichten sie letzte Woche einige wirre Nachrichten auf ihrem Handy, die sie aber nicht wirklich zu deuten wusste. Sie schrieb dem Absender eine eher genervte Antwort zurück und es brauchte einiges an Erklärungskünsten des Büros der MacArthur Foundation, bis sie begriff, was man ihr zu sagen versuchte: Jemand, den sie “sehr gut” kennen würde, hätte den hochdotierten Preis der Stiftung gewonnen.  “Like a total idiot, I said, ‘who?’ And he said, ‘Well, you.’ I was in complete shock. I screamed and everything. I think they were highly amused.”

Die 29-Jährige Alisa Weilerstein ist aufgrund ihrer Gabe “technische Präzision mit leidenschaftlicher Musikalität sowohl bei traditionellen wie auch zeitgenössischen Werken zu kombinieren und das Repertoire des Cellos dank ihrer Zusammenarbeit mit führenden lebenden Komponisten kontinuierlich zu vergrössern”  als eine der insgesamt 22 Preisträger der amerikanischen MacArthur Foundation ausgezeichnet worden (insgesamt wurden nur zwei Musiker berücksichtigt). Was sie mit dem Preisgeld von einer halben Milllion Dollar, welches ihr verteilt über die kommenden fünf Jahre zufliessen wird, anstellen möchte, hat sie zwar noch nicht verraten, aber im folgenden Video ist ihre Reaktion auf diese tolle Auszeichnung zu erleben.

Die Lust Grenzen zu überschreiten

“You know how in figure skating there was that triple jump everyone did, and then finally someone managed a quadruple one? Well, if I were a skater I would be that person! I have that Star Trek thing of going where no man has gone before.”

“To me, ancient and modern music need the same kind of clarity. I just want to embody the sound, to make it come from the whole of me, and why should that be any different for Boulez or Bach?”

Die kanadische Sopranistin Barbara Hannigan ist bekannt für ihren ausserordentlichen Mut und die Fähigkeit mit herausfordernden zeitgenössischen Gesangsrollen zu brillieren. Zur Zeit tourt sie mit “Pli selon Pli”, dem Meisterwerk von Pierre Boulez, in den Musikzentren Europas. (Zitate aus einem Interview von The Telegraph.)