Alleine für diesen Song werden ihn generationenübergreifend alle Menschen mit Liebe zur Italiantià vermissen: der grosse Liedermacher Lucio Dalla erlag kurz vor seinem 69. Geburstag und inmitten einer laufenden Schweizer-Tournee am Donnerstag Morgen einem Herzinfarkt.
Cesario Evora, die grosse Stimme der Weltmusik, ist tot. Die Sängerin aus dem afrikanischen Inselstaat Kap Verde starb gestern Samstag in einem Krankenhaus in ihrer Heimatstadt Mindelo im Alter von 70 Jahren. Mit ihrem fünften Album “Miss Perfumado” schaffte die “barfüssige Diva” 1993 den weltweiten Durchbruch. Évora wurde zur Königin der Morna, der süß-melancholischen, bluesartigen Sehnsuchts-Musik ihrer Heimat, einer ehemaligen Kolonie Portugals. Zum Klang von Geigen, Gitarren, Akkordeons, Klarinetten und Cavaquinhos und ihrer einzigartigen, zugleich sanften und rauen Stimme, erzählte Évora von Lebensmut, Wehmut, Schmerz und Hoffnung.
“Sodade”, ihr wohl grösster Erfolg (live in Paris Le Grand Rex, April 2004)
Ich habe nicht mitgezählt, aber angeblich halten 500 Menschen mehr als 1’500 Fotos in die Kamera und kreieren dabei zur Musik des Maxmaber Orkestar ein wunderbar fliessendes Video in ihren Händen. Einer der Hits der Viral Video Charts dieser Woche. (Für nicht Schwindelfreie, bitte besser nicht im Vollbild-Modus anschauen)
Mit ihrem sechsten Album Tassili (erscheint Ende Monat) sind die Tuareg-Bluesrocker Tinariwen zurück zu ihren Wurzeln gegangen: die Aufnahmesessions in Zelten in der Wüste und der Verzicht auf elektrische Gitarre und Verstärker, verleiht ihren Songs einen Hauch von Lagerfeuer-Atmosphäre unter freiem Himmel.
Tinariwen fanden sich vor 30 Jahren in lybischen und algerischen Flüchtlingslagern zusammen, nachdem sie vor einer schweren Dürreaktastrophe geflüchtet waren. Sie hörten rebellische marokkanische Chaabi-Musik, algerischen Rai-Pop, aber auch westliche Musik von Led Zeppelin bis Santana, die auf Kassetten kursierten.
Auch die neu gegründete Band vertrieb ihre Musik fast zwanzig Jahre lang lokal über Kassetten, während die Mitglieder nach wie vor mit der Waffe in der Hand für die Freiheit und Unabhängigkeit ihres Volkes kämpften. Nach dem 1990 erreichten Waffenstillstand, konzentrierten sie sich mehr auf ihre Musik, veröffentlichten ihre erste CD und begannen in den USA und Europa zu touren.
Zum ersten Mal überhaupt sind für das neue Album mit Tunde Adebimpe und Kyp Malone von TV On The Radio westliche Gäste zu den Aufnahmen mit den Wüstenrockern in Südalgerien eingeladen worden.
Einige der momentan spannendsten Akkordeonisten (wie z.B. der finnische Exzentriker Kimmo Pohjonen auf dem Bild) vorgestellt im Blog-Beitrag für die Philharmonie Luxembourg.
Der Fado erlebt in den letzten Jahren einen regelrechten Boom – gerade auch bei der jüngeren Generation – und man spricht schon von „einem neuen Goldenen Zeitalter“ dieser altehrwürdigen portugiesischen Musiktradition. Im Beitrag für die Philharmonie Luxembourg stelle ich ein paar der neuesten Entdeckungen vor.
Ich bin mir sicher, allein schon beim Begriff “Weltmusik” zuckt der eine oder andere geneigte Leser zusammen, Erinnerungen vom panflötespielenden Musiker in der Bahnhofspassage oder der Folklore-Veranstaltung beim letzten Spanien-Urlaub aufkommend. Aber richtig gute Weltmusik ist ganz anders: ein Kosmos voller Klänge, Rhythmen, Melodien, voller Tradition aber eben auch voller Dynamik, frischen Ansätzen, Fusionen verschiedenster Musikstile, der absolut toll und geniessbar ist. Man braucht ein Continue reading →
“Der Klang hat eine Tiefe und Wärme, welche mich süchtig macht. Als ob da etwas von weit her käme, aus einer vergangenen Zeit und Teile der Seele berühren könnte, welche man noch nie zuvor entdeckt hat.“
Beitrag über die Tradition des alten persischen Instrumentes Kamancheh und den ebenso grossartigen wie innovativen Meister seiner Kunst, Kayhan Kalhor – geschrieben für und zu lesen auf dem Blog der Philharmonie Luxembourg.
“Flamenco bedeutet, sein Leben auf eine andere Art zu verstehen. Wenn du isst, bist du Flamenco, sogar wenn du bügelst bist du Flamenco. Flamenco ist eine Art zu leben, seinen Körper zu bewegen, seine Hände, einfach alles.” (Estrella Morente)
Hier der Blogpost über die Kunst des Flamencos anlässlich des Konzertes der Gitarren-Legende Paco de Lucia geschrieben für die Philharmonie Luxembourg.