Der Kontrabass

“(Er steht auf, stolpert im Weggehen über den Kontrabaß und brüllt.) … Ja Kruzifix paß doch auf! Immer im Weg um, der Depp! – Können Sie mir sagen, wieso ein Mann von Mitte Dreißig, nämlich ich, mit einem Instrument zusammenlebt, das ihn permanent nur behindert?! Menschlich, gesellschaftlich, verkehrstechnisch, sexuell und musikalisch NUR behindert?! Ihm ein Kainsmal aufdrückt?! Können Sie mir das erklären? – Entschuldigen Sie, daß ich schrei. Aber ich kann schreien hier, soviel ich will. Es hört keiner, wegen der Akustikplatten. Kein Mensch hört mich… Aber ich erschlag ihn noch, eines Tages erschlage ich ihn… (Er geht davon, um sich ein neues Bier zu holen.)”

Zitat aus “Der Kontrabass” von Patrick Süskind, Diogenes, Zürich 1981

John Lennon und das Walross

1969 stürmt der mutige 14-jährige Beatles-Fan Jerry Levitan ausgerüstet mit einem Tonband-Aufnahmegerät in John Lennon’s Hotelzimmer in Toronto und überzeugt den Star ein Interview mit ihm zu machen. Er redet mit ihm über den Frieden, Musik, die USA, das Leben im Allgemeinen und die Bee Gees. 38 Jahre später teilt Levitan nun Lennon’s grenzenloser Geist und zeitlose Botschaften mit der Welt. Und wie er es tut, ist brilliant: gemeinsam mit dem Regisseur Josh Raskin und dem äusserst talentierten Zeichner James Braithwaite entsteht der animierte Kurzfilm I Met the Walrus, welcher 2009 als erster Film dank Hilfe des Internets einen Emmy Award abräumte. Ein kulturelles Vermächtnis nicht nur für Beatles-Liebhaber.

Levitan’s und Lennon’s ungewöhnliche Begegnung ist inzwischen auch als Buch erhältlich: I Met the Walrus: How One Day with John Lennon Changed My Life Forever — mit Jerry’s ganz persönlichen Erinnerungen an diesen Tag, Notizen von John und Yoko, den geheimen Zugangscode zu Lennon, Zeichnungen sowie dem Film und dem orignalen Audio-Interview.