Der Sound-Mixer

Designer Matthew Williamson zelebrierte vergangene Woche seine Herbst/Winter 2012-Kollektion während der London Fashion Week im altehrwürdigen Auditorium des Royal Opera House in Covent Garden. Für den musikalischen Mix des Showcases war einer der Lieblinge der Szene verantwortlich, der in London lebende gebürtige Franzose Jerry Bouthier.

Gemeinsam mit Williamson suchte er intensivst nach ganz speziellen Tracks, die sich genauso schön wie auch verwirrend, zweifelend und nicht von dieser Welt anhören sollten. “Es war in diesem Fall eine Frage von “weniger ist mehr”, denn manchmal macht es einfach mehr Sinn, nur eine Handvoll von perfekten Songs zu präsentieren, anstelle von vielen nicht ganz Passenden.”

Herausgekommen ist ein spannender Mix angefangen vom psychedelischen Klang des “When Saints Go Machine” Remixes von Planningtorock über ein mit Beats angereichertes zweites Klaviertrio von Franz Schubert bis zum Finale mit ein paar Takten aus dem Trentemoller Remix von M83’s “Midnight City”.

Playlist:
Planning To Rock – ‘Living It Out’ (When Saints Go Machine remix)
Franz Schubert – Klaviertrio Nr. 2 (hier in einer Version mit den Capuçons)
Connan Mockasin – ‘Forever Dolphin Love’ (Erol Alkan remix)
Psyche – ‘Goodbye Horses’ (hier in einer Live Version)
M83 – ‘Midnight City’ (Trentemoller remix)

Mehr heisse Mixes von Jerry Bouthier zu coolen Mode-Shows gibts bei Soundcloud

Mon Violon


Mon Violin, Willy Ronis, 1936

Eigentlich wollte der vielfach preisgekrönte Franzose Willy Ronis (1910-2009) als junger Mann Komponist werden, musste aber nach seinem Militärdienst im Jahre 1932 zur Unterstützung seines krebskranken Vaters in dessen Fotostudio am Boulevard Voltaire in Paris aushelfen. Ronis begann seine fotografische Karriere mit Sozialreportagen und veröffentlichte sein erstes Bild 1936. Heute erinnert man sich insbesondere an seine Fotografien des Nach-Kriegs-Lebens in Paris und der Provence und er gehört, gemeinsam mit seinen beiden berühmten Kollegen Henri Cartier-Bresson und Robert Doisneau, zur französische Schule des fotografischen Humanismus.

Von Cowboys und Pferden

Eleanor Stewart kreierte in ihrem letzten Jahr des Studiums an der Visual Communication School of Art in Glasgow ein tolles animiertes Video zu “Hoe-Down” aus der Rodeo Suite von Aaron Copland. Inspiriert durch Cowboy und Western-Filme erweckt sie die verschiedenen Charaktere aus der Partitur zum Leben.

“Hoe-Down” ist der fünfte und letzte Satz des amerikanischen Ballets “Rodeo” nach der Musik von Aaron Copland und der Choreographie von Agnes de Mille, welches 1942 uraufgeführt wurde. Copland gilt als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Moderne, seine Liebe gehörte dabei vor allem der Bühnenmusik. Nach expressionistisch-experimentalen Frühwerken (über sein Orgelkonzert wurde einmal gesagt: „Wer solch eine Musik schreibt, wird wohl später einen Mord begehen“) wandte er sich einem tonaleren, rhythmisch geprägten Stil zu, der unter anderem Volkslieder, Märsche und Tänze einschloss. Er war auch stets offen für zeitgenössischen Musik-Strömungen und liess Harmonien und Rhythmik des Jazz in seine Werke einfließen.

Night at the Opera

Für ihre Foto-Serie “Opera” hat die lettische Fotografin Iveta Vaivode ihre Kamera ins Publikum der Litauischen Nationaloper gehalten. Bei einer Belichtungszeit von 45 Minuten fangen die Bilder auf wunderbare Art und Weise den Prozess des gebannten Zuhörens und Beobachtens ein und machen den Zuschauenden zum eigentlichen Objekt.

“While observing the audience during the performances, I become more and more convinced of the hidden mystery in this process, in art’s ability to overwhelm and evoke compassion. The more emotional the performance, the stiller a spectator sits while watching it.”

Schwarzes Gold

Esperanza is back – die amerikanische Jazz-Musikerin veröffentlichte soeben ihre erste Single des kommenden Albums “Radio Music Society“. Verpackt kommt “Black Gold” in einem schön gemachten Video daher, welches uns ein Stück der Kraft und Musikalität der schwarz-afrikanischen Geschichte und Kultur mit auf den Weg gibt. Als Duett-Partner neben Esperanza Spalding glänzt die aus Atlanta stammende R&B-Sängerin Algebra Blessett.