Notation eines Tennisspiels

Arnold Schönberg, als Begründer der Zwölf-Ton-Musik einer der wichtigsten klassischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, hatte neben der Musik viele Leidenschaften – so auch das Tennisspiel. Regelmässig traf er sich mit Kollegen (wie beispielsweise auch George Gershwin) zum Filzball-Rencontre.


Arnold Schöberg und Lucca Lehner beim Handshake mit Gertrud Schöberg und Felix Khuner (1937)

Schönberg setzte seine Begeisterung für den weissen Sport abseits des Feldes auch in ein neuartiges System um: die Tennis-Notation. Diese Methode ermöglicht es, ein Tennisspiel zu verschriftlichen – auch unter Berücksichtigung spezieller Vorkommnisse wie Fussfehler oder verschlagene Smashes.


Der Tagesanzeiger hat das Papier Schönbergs aus der Schublade geholt und den legendären Halbfinal-Ballwechsel zwischen Federer und Djokovic am US Open 2009 in die Notations-Schreibweise umgesetzt.

Da sage noch einer, Sport und Musik hätten nichts miteinander zu tun…

(Bilder: youtube/Arnold Schönberg Center und Musical Assumptions)

Musik in Worte gefasst

Musik und die damit verbundenen Gefühle des Künstlers in Worte fassen. Der amerikanische Filmemacher und Fotograf Andrew Zuckerman hat sich diese Vision für sein “Music” Projekt vorgenommen und über 50 Musiker jeglichen Alters und Genres über ihre Gedanken zu einer der universellsten und doch unerklärbarsten Kunstformen befragt. “Music” ist als Bildband mit tollen Porträts und den Interviews aller Beteiligten (die Liste ist lang und seeeehr prominent: Lenny Kravitz, Ziggy Marley, Herbie Hancock, Mark Knopfler, um nur einige zu nennen) erhältlich und gibt einem zudem die Möglichkeit sich mittels Zugangscode die gefilmten Gespräche in voller Länge im Web anzusehen. Wer mag kann sich “Music” auch als iPad App herunterladen.

Übrigens: ein überaus sehenswerter Vortrag von Zuckerman himself über Neugier, Strenge und lebenslanges Lernen gibts auf der wunderbar inspirierenden Website von 99%: It’s not about ideas, it’s about making ideas happen !

Musik zum Sehen

“Ich bin auf die Idee gekommen Musikvideos in Gebärdensprache zu übersetzen, da meine Eltern und fast meine ganze Familie gehörlos sind. Bei ‘Endboss’ von Marteria habe ich sofort gefühlt, dass es das perfekte Lied dafür ist und wollte es unbedingt in der Deutschen Gebärdesprache sehen. Ich hoffe insgeheim, dass dadurch Hörende nicht mehr so viel Distanz gegen diese Behinderung empfinden und diese beiden Kulturen enger zusammen kommen.”

Was es ist

Es ist Unsinn, 
sagt die Vernunft
Es ist was es ist, 
sagt die Liebe

Es ist Unglück, 
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz, 
sagt die Angst
Es ist aussichtslos, 
sagt die Einsicht
Es ist was es ist, 
sagt die Liebe

Es ist lächerlich, 
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig, 
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich, 
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist, 
sagt die Liebe

(Erich Fried)

Wüstenrock

Mit ihrem sechsten Album Tassili (erscheint Ende Monat) sind die Tuareg-Bluesrocker Tinariwen zurück zu ihren Wurzeln gegangen: die Aufnahmesessions in Zelten in der Wüste und der Verzicht auf elektrische Gitarre und Verstärker, verleiht ihren Songs einen Hauch von Lagerfeuer-Atmosphäre unter freiem Himmel.

Tinariwen fanden sich vor 30 Jahren in lybischen und algerischen Flüchtlingslagern zusammen, nachdem sie vor einer schweren Dürreaktastrophe geflüchtet waren. Sie hörten rebellische marokkanische Chaabi-Musik, algerischen Rai-Pop, aber auch westliche Musik von Led Zeppelin bis Santana, die auf Kassetten kursierten.

Auch die neu gegründete Band vertrieb ihre Musik fast zwanzig Jahre lang lokal über Kassetten, während die Mitglieder nach wie vor mit der Waffe in der Hand für die Freiheit und Unabhängigkeit ihres Volkes kämpften. Nach dem 1990 erreichten Waffenstillstand, konzentrierten sie sich mehr auf ihre Musik, veröffentlichten ihre erste CD und begannen in den USA und Europa zu touren.

Zum ersten Mal überhaupt sind für das neue Album mit Tunde Adebimpe und Kyp Malone von TV On The Radio westliche Gäste zu den Aufnahmen mit den Wüstenrockern in Südalgerien eingeladen worden.