Sophies Welt

 

Sophie Hunger ist ein Phänomen.

Fast überall wo sie auftritt, verzaubert die junge Sängerin das Publikum, zieht es förmlich in ihren Bann. Seit ihrem Debut vor vier Jahren, wo sie ihre im Keller selbst aufgenommene CD “Sketches on Sea” im Eigenvertrieb und ohne pushende Plattenfirma im Rücken unter die Leute brachte, geht es pausenlos vorwärts. Erstes Studioalbum (Monday’s Ghost; Universal). Konzerte in der Schweiz, bald in ganz Europa. Filmmusik zu “Der Freund” (von Micha Lewinsky) . Zweites Studioalbum (1983; Two Gentelmen). Vorwärts bedeutet bei Sophie Hunger zweifellos nach oben.

Dabei fragt man sich, wie ihr dies so mühelos und selbstverständlich gelingt, wo sich andere Nachwuchsmusiker jahrelang abrackern? Vielleicht gerade weil sie so unbekümmert, verträumt, scheinbar frei von jeglichen Erwartungen ihre Songs entstehen lässt. Vielleicht, weil es einfach nur schön ist, wie sie federleicht zwischen Folktradition, Jazzpop und Neo-Soul schwingt. Wie sie, die je nach Song auch selbst zur Gitarre greift oder sich ans Klavier setzt, in kammermusikalischer Dichte mit ihren Bandkollegen warme Töne setzt. Wie sie ihre wolkige Lyrik komponiert. Wie ihre Stimme sich der Worte annimmt. Wer Sophie Hunger einmal auf der Bühne gesehen hat, kann sich ihrer Faszination kaum entziehen.

Und dabei bleibt sie sich selbst wie auch uns immer ein Stückweit ein Rätsel. Eine Suchende, die mit ihrer Vorstellungskraft Berge versetzt. Auf der Bühne oft unnahbar, fast schwebend der Welt entrückt wirkend, offenbart sie in Interviews Einblicke in ihren eigenen Kosmos. Philosophierend, witzig, nachdenklich, überraschend, oft nach dem perfekten Wort ringend.

Sophie Hunger singt ihre Lieder nicht einfach – sie lebt und atmet sie mit jeder Faser ihres Körpers. Von der ersten bis zur letzten Sekunde. Musik, die unter die Haut geht.

 

Tags:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>